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„Service Learning“ und „Partizipative Forschung“

Es ist uns Anliegen, Studierende in praxisorientierten Veranstaltungen auf mögliche Berufsfelder vorzubereiten. Die „Leichte Sprache“ hat als „Varietät der Verständlichkeit“ in akademischen Kontexten keinen guten Stand – zu stark sind die Vorbehalte gegenüber dieser Sprachform, die zunächst gänzlich ohne wissenschaftliche Expertise erarbeitet wurde. Empirische Untersuchungen in Zusammenarbeit mit Partnern im Bereich der Betreuung von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung, funktionalen Analphabeten und Deutschlernenden im Erwachsenenalter (Martinsclub Bremen e.V., Stiftung Drachsensee sowie dem Deutschen Historischen Museum Berlin und Kulturinstitutionen im Dresden Concept) verfolgen deshalb im Moment bereits zwei Ziele: Zum einen soll geprüft werden, welchen Kriterien funktionale Varietäten wie ‚leichte‘ oder ‚einfache Sprache‘ genügen müssen, um für spezifische Adressatenkreise adäquate Texte hervorbringen zu können, die diesen als ‚verständlich‘ gelten können. Zum anderen sollen Strategien erarbeitet werden, die die Akzeptanz dieser funktionalen Varietäten nicht nur öffentlich, sondern auch im akademischen Kontext verbessern helfen. Die ersten drittmittelgestützten Pilotprojekte mit genannten Partnern wurden erfolgreich durchgeführt (Konzeption ‚einfache Sprache‘ mit dem Martinsclub Bremen e.V., Erarbeitung und Evaluation eines Konzeptes ‚einfache Sprache‘ für die Sonderausstellung „Deutscher Kolonialismus“ mit dem DHM Berlin, Erstellung der Hörversion eines Werkstattvertrags mit der Stiftung Drachensee und die Erstellung eines Audioguides für die Dauerausstellung des DHM Berlin).

Zentrales Prinzip der praxisorientierten Einzelprojekte ist, dass Studierend im „Service Learning“ immer beteiligt (und für ihren Einsatz auch honoriert) werden. Angehende Lehrer_innen und Sprachwissenschaftler_innen können in praxisorientierten Seminaren nicht nur verschiedene Aspekte ihrer theoretischen Ausbildung auf den Prüfstand stellen, sondern auch früh ein mögliches Arbeitsfeld für sich erschließen bzw. sich wichtige Fähigkeiten im Hinblick auf das Thema „Inklusion und Bildung“ erarbeiten, indem sie eng mit der Zielgruppe in „Partizipativer Forschung“ zusammenarbeiten.

Angestrebt wird nach dem Vorbild der Kooperationen in Bremen (Martinsclub e.V.) und Kiel (Stiftung Drachensee) eine Ausweitung der Kooperationen in Sachsen sowie nach dem Vorbild der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Museum Berlin eine Kooperation mit öffentlichen Institutionen im Dresdner Raum (Dresden Concept).

Abgeschlossene und laufende Projekte

Die Seite ist im Aufbau. Demnächst werden wir hier ausführlich einzelne Themen vorstellen, die zunächst nur als Platzhalter benannt sind:

{Lexik und Syntax der Einfachen Sprache}

{Audioguides}

{Simultanübersetzung}

{Partizipative Forschung unter den Vorzeichen der Digitalisierung}

Einzelne Aspekte dieser Themen sind zusammengestellt auf dem Blog „Sprachpunkt“ unter  https://alexanderlasch.wordpress.com/tag/leichte-sprache/.

Kooperationen

{Martinsclub Bremen e.V.}
{Drachensee Kiel e.V.}
{Deutsches Historisches Museum Berlin (DHM Berlin)}
{Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)}

Publikationen

Beiträge

[2017] Zum Verständnis morphosyntaktischer Merkmale in der funktionalen Varietät „Leichte Sprache“. In: Bettina M. Bock, Ulla Fix & Daisy Lange (Hg.). „Leichte Sprache“ im Spiegel theoretischer und angewandter Forschung. Frank & Timme, Berlin. 275-299.

Interviews (Print & Radio)

[2017] Wahlbriefe in "Leichter Sprache": Um Schönheit geht es nicht. Interview mit Anna-Kathrin Gellner, erschienen am 11.04.2017 in der Onlineausgabe (gekürzt am 12.04.2017 in der Printausgabe) der SHZ.

[2014] "Texte für alle. Das Konzept Leichte Sprache". SWR2 – 19.4.2014, 8.30 Uhr. Autor_in: Silvia Plahl. „Leichte Sprache“ zielt auf eine einfache Formulierung und barrierefreie Information. Internetseiten, Zooführer oder Wahlprogramme werden übersetzt und von Menschen mit Lernschwierigkeiten überprüft: Keine Metaphern, kurze Sätze, Wiederholungen sind erwünscht. Solche Regeln können Behördenmitarbeiter oder Politiker in Workshops einüben. Die klare Aussage hat durchaus Konjunktur – auch Versicherungen werben neuerdings damit, sich von Worthülsen zu verabschieden. Beipackzettel, Bedienungsanleitungen, Steuererklärungen könnten verständlicher werden – solange der Inhalt weiter stimmt. Zum Wahlprogramm in „Leichter Sprache“ hieß es in der CDU vorsorglich: „Nur das Original ist gültig“.

[2013] [Ausländische] Menschen [haben Angst] – Wahlkampf in ‚leichter Sprache‘. In: WIR. Magazin der Donnersmarck-Stifung H. 2/2013. 32f. 

Lehre

Lehrveranstaltungen

Ankündigungen und Beschreibungen der Lehrveranstaltungen zur Leichten bzw. Einfachen Sprache sind im Blog mit anderen Themen zusammengefasst unter dem Tag ServiceLearning.